"Lebensretter": Coping Reaktionen!

Rückblickend war ich immer wieder mit meinen eigenen "Coping Reaktionen" konfrontiert, die mein Leben im Moment vielleicht "gerettet", aber im Grunde die Beziehung zu mir selbst und anderen nicht leichter gemacht haben.
Was sind Coping Reaktionen?
Im existenzanalytischen Kontext sind sie automatische Schutz- und Bewältigungsreaktionen, wenn ich mit einer Situation nicht klar kommen.
Sie helfen kurzfristig, mit Angst, Schmerz, Überforderung oder innerer Spannung umzugehen – sind aber oft nicht frei gewählt und können bei dauerhafter Anwendung problematisch werden.
Kommt Dir das bekannt vor?
Wie oft war ich witzig und sogar zynisch, weil ich mich in Anwesenheit von Menschen oder in einer Gruppe unsicher gefühlt habe und dies damit überdecken wollte?
Wie oft habe ich nach einer Kränkung sofort zurückgeschlagen, bin in den Angriff gegangen oder laut geworden — bevor mein eigener Schmerz spürbar wurde?
Wie oft habe ich erlebt, wie ich in Konflikten emotional abschalte, "einfriere", um nichts mehr fühlen zu müssen?
Wie oft kippe ich in exzessiven Medienkonsum, Scrollen, Serien schauen — um dem inneren Erleben auszuweichen?
Mir fallen immer mehr Situationen ein, die ich "mit Hilfe" von Coping Reaktionen "gemeistert" habe ...
Natürlich sollte ich nicht zu streng mit mir sein!
Mir sollte jedoch immer bewußt sein, dass eine Coping Reaktion nur ein schützendes Reaktionsmuster ist, das mein Ich aktiviert, wenn ich eine existenzielle Bedrohung nicht verarbeiten kann! Es sollte nicht ein dauerhaftes Verhaltensmuster werden.
Wie kann ich Coping Reaktionen auflösen?
1) mir in der Situation bewußt werden, dass meine Reaktion nicht frei von mir gewählt wurde.
2) mir überlegen, woher z.B. mein Zynismus kommt, wenn ich mich in einer Gruppe zu Wort melde (vielleicht bin ich so unsicher und fühle mich nicht willkommen in der Gruppe...?)
3) geduldig mit mir sein und immer wieder erkennen, wenn eine Coping Reaktion das Steuer meines Denken und Handelns übernimmt!
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